Heiko-Dachi

Offene Parallelstellung.
Heiko-Dachi ist die Stellung, die dem natürlichen Stehen am nächsten kommt, weshalb sie von Laien in der Regel auch gar nicht als spezifische Stellung wahrgenommen wird. Sie ähnelt Misubi- bzw. Heisoku-Dachi, nur dass die Fußaußenkanten parallel stehen. 

Weil die Knie leicht nach außen gedreht bleiben, wird die nötige (geringe) Grundspannung aufgebaut, um bei Bedarf schnell die Position zu wechseln.
Daher steht sie auch am Beginn und Ende vieler Kata, etwa derer aus der Heian-Serie. Da diese Stellung, die in allen Stilrichtungen vorkommt und im Karate-Training die dominierende Bereitschaftsstellung ist, dem natürlichen Stehen am nächsten kommt, werden oft der Oberbegriff Shizentai und Heiko-Dachi gleichgesetzt.


Heisoku-Dachi

Geschlossene Parallelstellung.
Die Beine und die Füße sind vollständig geschlossen. Die Arme liegen meist eng am Körper an. Diese Stellung erinnert an die „Hab acht“-Stellung der Bundeswehr.
Oft beginnen und enden Kata in Heisoku-Dachi, z.B. Bassai -Dai, Empi, Jion, und auch einzelne Techniken innerhalb von Kata werden in Heisoku-Dachi ausgeführt, z. B. zu Beginn von Heian-Sandan und Heian-Godan.


Shizentai (Hachiji-Dachi)

Mit Shizentai (wörtlich etwa: 'natürlicher Körper'; manchmal auch "Hachiji-Dachi") bezeichnet man eine neutrale Haltung (Stellung/Position), die ein Mensch gewöhnlich und absichtslos wie im Alltag einnimmt.
Sie ist hauptsächlich gekennzeichnet von einer aufrechten Haltung.
Die Stellung ist dabei wie etwa beim (Zahl-)Schriftzeichen Hachi(acht), die Füße stehen schulter-breit auseinander und leicht nach außen.


Misubi-Dachi

Verbundene Stellung, Normalstellung, mit geschlossenen Fersen, auch Bereitschaftsstellung.

 

Die Stellung entspricht Heisoku-Dachi, die Füße werden jedoch bei geschlossenen Fersen, 45° nach außen gerichtet.
In dieser Stellung wird der Gruß im Stand ausgeführt.


Zenkutsu-Dachi

zu Deutsch etwa: 'Vorwärtsstellung'.
In dieser Stellung stehen die Füße etwa eine Schulterbreite neben- und eineinhalb Schulterbreiten voreinander.
Der vordere Fuß ist leicht nach innen gedreht, so dass seine Außenkante etwa nach vorne zeigt; der hintere Fuß ist dazu parallel. Das hintere Bein ist gestreckt, das Knie des vorderen Beines ist gebeugt und befindet sich über der Ferse oder Mittelfuß. Durch diese Position lasten etwa 70% des Körpergewichts auf dem vorderen Fuß.
Sie ist die prominenteste Stellung im Shotokan-Karate.


Kokutsu-Dachi 

Rückwärtsstellung.
Hierbei befinden sich vorderer Fuß und hintere Ferse auf einer Linie. Der hintere Fuß ist maximal 90° abgedreht, das zugehörige Knie nach außen gespannt. Das vordere Bein nicht ganz gestreckt, um Angriffen gegen das Knie standhalten zu können. Der vordere Fuß wird ganz aufgestellt und gleichmäßig belastet. Etwa 70-90% des Gewichts lasten auf dem hinteren Fuß. Die Stellung kommt in praktisch allen Shotokan-Kata vor.


Kiba-Dachi

Reiterstellung.
Diese Stellung sieht in der Tat so aus, als würde der ausführende Karateka auf einem sehr breiten Pferd sitzen.
Die Füße stehen dabei etwa doppelt schulterbreit neben einander. Die Fußaußenkanten zeigen parallel nach vorne und die Knie befinden sich möglichst direkt über den Füßen. Die Hüfte und damit der Körperschwerpunkt befindet sich genau in der Mitte, und noch stärker als bei anderen Stellungen ist hier durch die Außenspannung in den Oberschenkeln auf eine Aufrichtung des Beckens (Po einziehen) zu achten.


Fudo-Dachi

unbewegliche Stellung.
Nach Funakoshi erreicht man diese sehr stabile Stellung aus Zenkutzu-Dachi in dem das hintere Knie leicht gebeugt und die Hüfte in eine offene Position (hanmi) gedreht wird.
Das Gewicht lastet zu gleichen Teilen auf beiden Beinen.
Fudo-Dachi unterscheidet sich nur durch die Richtung - in welche die Füße und Blick zeigen - von Kiba-Dachi, so dass die Stellung auch hieraus entwickelt werden kann.


Neko-Ashi-Dachi

Katzenfußstellung.
Diese Stellung gleicht der einer Katze - kurz vor dem Sprung.
Das ganze Gewicht lastet auf dem hinteren Bein, das stark gebeugt und 45° nach außen gestellt ist.
Der vordere Fuß berührt nur mit dem Ballen den Boden, ohne Gewicht aufzunehmen. Das vordere Knie neigt sich zum Schutz der Genitalien leicht nach innen. Hierbei handelt es sich um eine sehr flexible Stellung, sie erlaubt somit schnelle Bewegungen in jede Richtung.


Sanchin-Dachi

Dreikriegerstellung.
Die Füße stehen eine Schulterbreite auseinander und eine Fußlänge hintereinander, so dass die Zehen des hinteren und die Ferse des vorderen Fußes auf einer Höhe sind. Der hintere Fuß ist gerade nach vorne gerichtet, der vordere leicht nach innen gedreht. Das Gewicht ist gleichmäßig auf beide Füße verteilt.
Die gebeugten Knie werden, anders als in den meisten anderen Stellungen, nach innen gedreht und gespannt. Daher kommt der vor allem im englischen Sprachraum verbreitete Name 'Sanduhrstand'. Werden die Knie jedoch zu weit nach innen gebeugt, so leidet die Stabilität, die Knie werden ungesund belastet und die Stellung ist anfällig für Angriffe gegen die Außenseite der Knie.